Energiesparhaus

Energiesparhäuser gehören längst zum Baustandard und neben dem äußeren Erscheinungsbild sowie der Lage eines Hauses spielt die Energieeffizienz eine immer bedeutendere Rolle für Bauherren, Bauingenieure, Architekten und Bauträger. Bauherren sollten sich im Rahmen ihrer Bauplanung eingehend über entsprechende gesetzliche Vorschriften sowie Förderungsmöglichkeiten von Energiesparhäusern informieren. Auf dieser Website haben wir alle relevanten Themen zusammengestellt, die das Themengebiet Energiesparhaus umfassen.

 

Die Begriffe Niedrigenergiehaus und Effizienzhaus

Betrachtet man den heutigen Stand der energetischen Vorgaben, ist faktisch jedes neu errichtete Haus ein Niedrigenergiehaus, weil alle Neubauten die Kriterien der Energieeinsparverordnung erfüllen müssen. Die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und das Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) haben also dazu geführt, dass, gemessen an früheren Standards, alle neuen Häuser Energiesparhäuser sind. Es ist jedoch grundsätzlich empfehlenswert, die Vorgaben der EnEV zu unterschreiten, damit die Nebenkosten für Heizung und Warmwasser so gering wie möglich ausfallen. Insoweit ist das Niedrigenergiehaus ein Haus, das noch weniger Energie für Warmwasser und Heizung verbraucht als ein Gebäude, das nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung errichtet worden ist. Man erreicht dies durch eine noch bessere Dämmung der Gebäudehülle und den Einsatz moderner Baustoffe. Zum Standard der Energiesparhäuser gehören zudem dreifach verglaste Fenster sowie moderne Heiz- und Klimasysteme. Mit Ausnahme des Hybridhauses unterliegen alle nachfolgend aufgeführten Energiesparhäuser eindeutigen Vorgaben; der Begriff Niedrigenergiehaus ist auch als Überbegriff für die verschiedenen Energieeffizienz-Standards zeitgemäßer Häuser zu verstehen.

 

Energiesparhäuser sind in diese Kategorien unterteilt:

KfW-Effizienzhaus

Der Bau eines KfW-Effizienzhaus und die entsprechende Sanierung eines Bestandsgebäudes werden von der KfW-Förderbank durch zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse unterstützt. Ein Niedrigenergiehaus wird nach den Vorgaben der EnEV und einem Referenzhausverfahren, das von einem fiktiven Effizienzhaus 100 ausgeht, errichtet. Je näher man beim Bauen der Energiesparhäuser an das perfekte Effizienzhaus 100 heranreicht, desto höher ist die Förderung durch die Bank. Das gewünschte energetische Niveau erreicht man zum Beispiel durch bessere Dämmung der Gebäudehülle, durch den Einsatz hocheffizienter Heizungs- und Lüftungstechnik und dreifach verglaste Fenster.

Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Niedrigenergiehaus, das unabhängig von Jahreszeiten ein behagliches Wohnklima bietet. Das wird durch den Einsatz moderner Heiz- und Klimasysteme und einen ständigen Wärme- und Luftaustausch im Haus erreicht. Die zu erfüllenden Standards wurden durch das Passivhaus-Institut Darmstadt (www.passivhaus.de) gesetzt.

Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus ist eine technische Weiterentwicklung der Passivhäuser und benötigt rechnerisch keine Energie externer Energieversorger. In diesem Niedrigenergiehaus wird der Energiebedarf mithilfe von Fotovoltaik- und thermischer Solaranlage gedeckt. Sie sind jedoch keine energieautarken Häuser, da sie einen Energieaustausch benötigen und darum an öffentliche Energienetze angeschlossen sind.

Plusenergiehaus

Ein Plusenergiehaus produziert mehr Energie, als es selber verbraucht. Beim Bauen eines solchen Niedrigenergiehauses arbeitet man mit Solarenergie, Wärmerückgewinnern und Wärmeüberträgern, die so kombiniert werden, dass sie die überschüssige Energie ins öffentliche Netz einspeisen.

Hybridhaus

Beim Hybridhaus handelt es sich um das derzeit fortschrittlichste Effizienzhaus. Es stellt die Versorgung mit Warmwasser und Energie sicher, indem es mindestens zwei verschiedene Technologien nutzt. Welche das sind, ist nicht geregelt. Dieser Umstand macht sich in manchen Fällen auch bei Werbeaktionen von Hausbaufirmen bemerkbar, wenn zwar von einem Hybridhaus die Rede ist, damit jedoch nur der Einsatz von zwei Energie-Versorgungsmöglichkeiten gemeint ist. Die Mehrzahl der Firmen versteht unter einem Hybridhaus allerdings ein Gebäude, dessen Energieversorgung durch die Kombination von Photovoltaik und Erdwärme sichergestellt wird.

 

Das Bauvorhaben: Planung und erste Schritte

Für die individuelle Gestaltung eines Niedrigenergiehauses können Bauherren Ingenieure und Architekten hinzuziehen, die nach Absprache die Planung übernehmen und das Bauvorhaben begleiten. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf eines bereits fertiggestellten Niedrigenergiehauses von einem Hausanbieter. Zahleiche Bauträger offerieren individuelle Energiesparhäuser mit einem dazugehörigen Grundstück zum Festpreis. Dieser Weg zu einem eigenen Niedrigenergiehaus stellt eine große Entlastung für Interessierte dar, da meist ein fester Bebauungsplan vorliegt. Allerdings ist der Einfluss auf Entscheidungen dadurch meist begrenzt und die Umsetzung mancher Wünsche, wie etwa eine größere Nutzungsfläche oder der Bau einer Garage, nicht immer möglich. In jedem Fall ist es jedoch unabdingbar, die jeweiligen Verträge zu prüfen, sich Referenzen vorlegen zu lassen und nach Möglichkeit einen Fachmann hinzuzuziehen, der sich mit Zahlungsplänen und anderen Vertragsunterlagen auskennt.

 

Gesundes Raumklima durch eine zeitgemäße Dämmung

Eine geeignete Dämmung der Gebäudehülle und insbesondere des Dachs, der Türen und der Fenster ist bei jedem Niedrigenergiehaus notwendig und sogar gesetzlich vorgeschrieben. Nur mit einer idealen Dämmung herrscht zu jeder Jahreszeit ein angenehmes Raumklima. Dämmmaterialien wie Polystyrol und Holzfaserdämmstoffe für die Außenflächen und das Dach senken den Energieverlust erheblich. Weitere sinnvolle Maßnahmen zur Energieeinsparung sind die Dämmung aller Heizungsrohre und Warmwasserleitungen mit Dämmschläuchen sowie der Rollladenkästen, um unnötige Energielecks zu vermeiden. Der Gesetzgeber fordert für die Wände, Dächer und Fußböden einen exakten, möglichst niedrigen Wert für die Dämmungseigenschaften (U-Wert eines Baustoffes). Am besten eignen sich natürliche Materialien wie Schafwolle, Kork oder Hanf, doch auch Glas- und Steinwolle sowie Hartschaumplatten aus Polyurethan bieten sich für eine moderne Dämmung an. Zur nachträglichen Dämmung hohler Außenwände oder Geschossdecken kann Zellulose oder vulkanisches Gestein verwendet werden.

 

Die Wahl der vorteilhaftesten Energieträger

Auch die beste Dämmung ist ohne geeignete Lüftungsanlagen vergebens, da die Wärme sonst buchstäblich durch die Fenster verloren geht. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung haben sich als sinnvoll erwiesen, da sie die Luft erst nach draußen leiten, nachdem sie ihr die Wärme entzogen haben. Die daraus gewonnene Energie erwärmt die Frischluft, wodurch wiederum die Heizkosten sinken. Wer sich gegen eine solche Lüftungsanlage entscheidet, sollte jedoch zwei- bis dreimal täglich stoßweise lüften, damit die Feuchtigkeit im Haus nicht zur Schimmelbildung führt.

Doch auch die Heiztechnik und die Warmwasseraufbereitung sind bedeutende Faktoren in einem Niedrigenergiehaus. Die Sonne ist eine nahezu kostenlose Energiequelle: Gelangt die Strahlenenergie durch entsprechend ausgerichtete Fensterflächen ins Haus, senkt dies den Bedarf an Heizenergie erheblich. Sinnvolle Ergänzungen hierzu sind z. B. Wärmepumpen oder Solarthermie. Erstere nutzen die vorhandene Wärme von Luft, Wasser und Erde und wandeln diese in Heizwärme um. Hierfür benötigen die Pumpen Strom, der etwa aus der hauseigenen Photovoltaikanlage stammen kann. Die sonneneigene Strahlenenergie wird von der Solarthermie mit Kollektoren eingefangen und lässt sich optimal für Heizung und Warmwasser nutzen. Moderne Heizsysteme lassen sich auch miteinander kombinieren. Eine kostengünstige und ökologisch sinnvolle Lösung wäre z. B. eine Gasbrennwertheizung mit einer Solarthermie-Anlage.

 

Fördermöglichkeiten für Niedrigenergiehäuser

Eine der bekanntesten Fördermöglichkeiten ist die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), durch die Bauherren bei einer effektiven Energieeinsparung vergünstigte Kredite sowie Kreditzuschüsse erhalten können. Des Weiteren gibt es in den einzelnen Bundesländern Förderprogramme und Baukredite sowie zum Teil auch kommunale Förderprogramme. Einige Gemeinde- bzw. Stadtverwaltungen unterstützen z. B. den Bau von Passivhäusern finanziell und bieten entsprechende Förderanträge an. In jedem Fall ist es ratsam, sich bezüglich der Fördermöglichkeiten an Verbraucherzentralen und Baufinanzierungsexperten zu wenden. Erste Hinweise zur Förderung der KfW finden Sie auf http://www.baufi360.net/kfw-foerderungen.html.

 

Standards nach der EnEV

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind die einzuhaltenden Standards für die verschiedenen Arten von Niedrigenergiehäusern geregelt. Die entsprechenden Werte für das jeweilige Gebäude werden bereits vor Baubeginn geprüft und berechnet. Die Anforderungen der EnEV sind streng und Bauherren sollten sich umfassend über die jeweiligen Vorschriften informieren.

 

 

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