Niedrigenergiehaus-Beratung

Ein KfW-Effizienzhaus ist ein Gebäude, das bestimmten energetischen Kriterien genügen muss, die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) entwickelt worden sind. Gefördert werden einerseits aktive Maßnahmen wie der Einbau einer Fotovoltaikanlage oder die Nutzung von Solarthermie, andererseits auch passive wie eine effiziente Wärmedämmung oder die Verwendung eines intelligenten Lüftungssystems. Wenn das Bauprojekt die Anforderungen der KfW erfüllt, müssen Bauherren vor Beginn der Baumaßnahme das Darlehen über ein Kreditinstitut bei der KfW beantragen.

 

Wie die Effizienklassen berechnet werden

Die Berechnungen erfolgen auf der Basis der Energieeinsparverordnung (EnEV) und eines Referenzhausverfahrens. Das Referenzhaus ist ein fiktives Effizienzhaus 100, für das energetische Normwerte für die Gebäudehülle definiert sind. Das gewünschte energetische Niveau erreicht man zum Beispiel durch bessere Dämmung der Gebäudehülle, durch den Einsatz hocheffizenter Heizungs- und Lüftungstechnik und dreifach verglaste Fenster.
Je geringer der Energieverbrauch eines Gebäudes ist, desto höher fällt der Tilgungszuschuss der KfW-Bank aus. Maßgeblich sind die von der geltenden Energieeinsparverordnung gesetzlich vorgeschriebenen Werte für Energiebedarf und Wärmeverlust eines Neubaus. Der Nachweis des energetischen Niveaus muss durch einen Sachverständigen nach speziellen Vorgaben der KfW-Bank erfolgen.

 

Effizienzklassen der KfW-Effizienzhäuser

Es wird in die Effizienzhäuser 55, 70, 85, 100, 115 sowie das Effizenzhaus Denkmal unterschieden.. Die Zahlen geben an, wie hoch der Jahresprimärenergiebedarf der Effizienzhäuser zu einem gleichartigen Neubau nach den Vorgaben der Energiesparverordnung sein darf. Je kleiner die Zahl, umso positiver das Energieverhältnis. Der Jahresprimärenergiebedarf der Effizienzhäuser setzt sich aus der verbrauchten Energie für Heizen, Warmwasserbereitung und Lüften im Jahresverlauf zusammen. Dabei werden auch die Verluste einbezogen, die über Transport und Speicherung anfallen. Zudem spielt der Transmissionswärmeverlust eine Rolle, der von der Isolierung von Boden, Fenstern, Außentüren, Wänden und Dach abhängt. Je besser diese isoliert sind, umso geringer ist der Transmissionswärmeverlust.

An einigen Beispielen soll verdeutlicht werden, was es mit einem Effizienzhaus auf sich hat:

  • KfW-Effizenzhaus 70
    Die Bezeichnung "Effizienzhaus 70" wird für ein Effizienzhaus dann verwendet, wenn der primäre Energiebedarf um 30 % unter dem eines konventionellen Neubaus in vergleichbarer Größe (Referenzhaus) liegt.

  • KfW-Effizenzhaus 55
    Effizienzhäuser der Kategorie "Effizienzhaus 55" sparen dem gängigen Neubau gegenüber fast die Hälfte der verbrauchten Energie ein, exakt 45 Prozent. Um den Richtwert der KfW für ein Effizienzhaus 55 zu erreichen, kommt man um eine Dreifachverglasung nicht herum. Fenster und Türen sollten außerdem nach Süden ausgerichtet sein, um die maximal mögliche Sonneneinstrahlung als Wärmequelle zu nutzen. Bei extremer Wärmedämmung der Außenhülle ist zusätzlich der Einbau einer höchst effizienten Heizungsanlage notwendig. Vier Fünftel der Abluft werden erneut genutzt; dazu ist die kontrollierte Wohnungsentlüftung erforderlich.

  • KfW-Effizenzhaus 40
    Der primäre Energiebedarf für ein Effizienzhaus 40 darf 30 kWh pro Quadratmeter in einem Jahr nicht übersteigen. Damit werden hier mehr als die Hälfte der Energiekosten im Vergleich zum Referenzgebäude eingespart. Voraussetzung dafür ist ein umfassender Wärmeschutz, der auch das Dach und die Bodenplatte mit einbezieht. Das Haus ist absolut luftdicht gebaut und nutzt ausschließlich regenerative Energien, etwa eine Kombination aus Pellets und Solarstrom. Die Lüftungsanlage arbeitet nach dem Prinzip der Wärmerückgewinnung. Auch hier gibt es exakte Vorschriften. Der Keller muss doppelt so stark gedämmt sein wie beim konventionellem Neubau, die Dämmung der Außenwand beträgt sogar mehr als das Dreifache. Ebenso stark wie an der Außenwand ist die Dämmung der Dachflächen.

 

Energieeffizient bauen ab 1. April 2016

Zum 1. April 2016 ergeben sich hinsichtlich des KfW-Programm „Energieeffizient bauen“ folgende Änderungen:

  • KfW-Effizienzhaus 70
    Die Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) hat zur Folge, dass die energetischen Anforderungen für einen Neubau ab 01. 04. 2016 dem Standard entsprechen, der bis zum 31. März 2016 für ein KfW-Effizienzhaus 70 gefordert wird.

  • KfW-Effizienzhaus 55
    In Zukunft trägt ein Haus, das die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, den Namen „KfW-Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten“. Hier können die Sachverständigen aus standardisierten Maßnahmenpaketen die erforderlichen baulichen und technischen Maßnamen treffen.

  • Effizienzhaus 40
    Aus dieser Bezeichnung wird ein „40 Plus“. Der neu eingeführte KfW-Effizienzhaus-Standard erzeugt und speichert seine benötigte Energie unmittelbar am Gebäude.

  • Zuschuss für die Einbindung einer Baubegleitung
    Ab 01. April 2016 fördert die KfW auch eine professionelle Baubegleitung durch unabhängige Energieeffizienzexperten, die durch die KfW zugelassen wurden.

 

 Die Kosten für ein KfW-Effizienzhaus

Zusätzliche Maßnahmen, um die für ein Effizienzhaus benötigten Standards herzustellen, verursachen deutliche Mehrkosten gegenüber einem herkömmlichen Neubau nach den Normen der Energieeinsparverordnung. Mit folgenden Kosten muss für ein KfW-Effizienzhaus gerechnet werden:

  • Dämmung der Außenwände durch Putz, mineralische Platten, Vorsatzmauerwerk oder Sichtmauerwerk als Verkleidung. Die Kosten betragen bei einem Einfamilienhaus ab 110 Euro brutto pro m² ohne Gerüst.
  • Dämmung der Dachflächen durch Mineralwolle zwischen den Sparren. Die Kosten liegen ab 210 Euro brutto pro m².
  • Dämmung der Kellerdecke durch eine Dämmschicht unter dem Fußbodenbelag im Erdgeschoss oder durch Dämmplatten an der Decke. Die Kosten liegen bei 30-40 Euro brutto pro m².
  • Die Fenster erreichen den Energiestandard mit einer 2-fach oder 3-fach Verglasung. Mit einer 3-fach Verglasung wird die Voraussetzung für das Zuschussprogramm „Energieeffizient Sanieren“ erreicht. Die Kosten für eine 3-fach Verglasung betragen pro m² ab 340 Euro brutto.
  • Die Lüftungsanlage ist zum Verringern der Luftfeuchtigkeit notwendig. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung helfen bei der Verringerung der Heizkosten. Die Kosten liegen bei circa 4.600 Euro pro Wohneinheit.

 

Die Heizungsanlage beim KfW-Effizienzhaus

Ein wichtiges Element, um eine signifikante Energieeinsparung zu erreichen, ist eine zukunftsweisende Heizungsanlage. Im Effizienzhaus sollen dafür erneuerbare Energien wie Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder solarthermische Anlagen genutzt werden. Doch auch konventionelle Heizmethoden werden gefördert, wenn damit der Jahresprimärenergiebedarf insgesamt nicht überschritten wird. Die Bruttokosten für ein Einfamilienhaus liegen bei:

  • Gas oder Ölheizkessel ab 8.000 Euro
  • Solaranlage zur Unterstützung der Heizung und zur Warmwasserbereitung ab 7.500 Euro
  • Pelettheizkessel ab 20.000 Euro
  • Wärmepumpe ab 22.000 Euro
  • Fußbodenheizung ab 40 Euro pro m²
  • Solarthermie
    Effizienzhäuser können auch mit einer Solarthermieanlage beheizt werden, die aus Kollektor, Pumpe, Regelung, Speicher und Anschlussleitungen besteht. Wird die Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung genutzt, dann betragen die Bruttokosten circa 6.500 Euro. Bei einer Nutzung zur Unterstützung der Heizung muss mit Bruttokosten ab 18.500 Euro gerechnet werden.
  • Fotovoltaik
    Bei Fotovoltaikanlagen wird die Sonneneinstrahlung zur Erzeugung von Strom genutzt. Ein Effizienzhaus hat das Ziel, genügend Strom für den kompletten Eigenbedarf zu produzieren. Die Kosten richten sich hier nach der jeweiligen Leistung der montierten Anlage.
  • Sonnenschutzmaßnahmen
    Sie sind besonders im Sommer wichtig, denn sie verhindern die Überhitzung der Effizienzhäuser. Die Kosten für Markisen und Rollos liegen bei 100 bis 150 Euro pro Fenster.

 

Konditionen der KfW-Bank

Die KfW unterscheidet zwischen

  • Energieeffizient Bauen
    Beim Neubau greift das Programm „Energieeffizientes Bauen“.
    Alle Fördermöglichkeiten für energetisch hochwertige Neubauten (Effizienzhäuser) werden hier www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/ dargestellt.

  • "Energieeffizient Sanieren"
    Wird ein Altbau mit optimaler Wärmedämmung versehen und werden zudem erneuerbare Energien für die Heizung und Warmwasseraufbereitung eingesetzt, fördert die KfW-Bank dies durch günstige Zinsen und Tilgungszuschüsse aus dem KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren".
    Sanierer von Bestandsbauten finden alle nötigen Informationen unter diesem Link: www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/

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