Niedrigenergiehaus-Beratung

Der hinter dem Begriff stehende Standard wurde durch die erste Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Februar 2002 definiert und entsprach Gebäuden, die maximal sieben Liter Heizöl pro m² Wohnfläche und Jahr verbrauchten. Dieser Standard gilt jedoch mittlerweile als überholt und wurde vom Passivhausstandard abgelöst. 

 

Gibt es überhaupt noch die Definition "Niedrigenergiehaus"?

Obwohl der englische Begriff „low-energy house“ international ein Begriff für den energieeffizienten Hausbau ist, hat sich der Begriff Niedrigenergiehaus in Deutschland nicht etabliert. Faktisch versteht man unter einem Niedrigenergiehaus ein Gebäude, das aufgrund seiner Architektur, der verwendeten Baustoffe und der technischen Ausstattung weniger Energie verbraucht als ein traditionell gebautes Haus. Für Deutschland hat man für den Begriff "Niedrigenergiehaus" sehr wahrscheinlich deshalb keine Verwendung, weil jeder Neubau schon Mindestanforderungen hinsichtlich des Energieverbrauchs erfüllen muss. Dies gilt für Wohngebäude genauso wie für Gebäude, die gewerblichen Zwecken dienen. Die gesetzliche Grundlage für die Mindestanforderungen bildet die Energieeinsparverordnung. Sie regelt die energetischen Mindestanforderungen für den Neubau von Gebäuden und deren Modernisierung, Umbau und Ausbau.

Wenn Sie heute ein neues Haus bauen, werden Sie immer ein Niedrigenergiehaus im Wortsinn errichten. Dafür hat der Gesetzgeber durch verschiedenste Verordnungen gesorgt:

  • Energieeinsparverordnung (EnEV)
    Hier erhalten Sie Hintergrundwissen zur EnEV und können die Entstehung der Energieeinsparverordnung anhand einer chronologischen Darstellung von der ersten Fassung bis zur aktuellen EnEV 2014 selbst nachvollziehen.
  • Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
    Den meisten Deutschen ist das EEG im Zusammenhang mit der Energieumlage und der Einspeisevergütung geläufig: Die Energieumlage war in den letzten Jahren am Anstieg des Strompreises beteiligt, die Einspeisevergütung interessiert alle Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Das EEG geht jedoch über diese beiden Schlagworte hinaus und greift in das Geschehen am Strommarkt sowie die weitere Entwicklung der „Erneuerbaren“ ein.
  • Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG)
    Das "Erneuerbare Energien Wärmegesetz" tritt nicht nur in unserer Umweltpolitik immer weiter in den Vordergrund. Dieses Gesetz betrifft jeden einzelnen Bürger in Deutschland! Hier wird der Themenbereich Erneuerbare Energien mit dem dazugehörigen EEWärmeG anschaulich erläutert.
  • Energieausweis
    Der Energieausweis dokumentieret die energetische Bewertung eines Gebäudes. Sie erfahren, welche Angaben im Energieausweis enthalten sind, was diese bedeuten und wie lange das Dokument gültig ist.

Folgerichtig wäre es nun, den Begriff "Niedrigenergiehaus" für Gebäude zu verwenden, die die gesetzlichen Mindestanforderungen unterschreiten. Zwar gibt es bei der Gütegemeinschaft energieeffiziente Gebäude e. V. ein RAL-Gütezeichen für Gebäude mit besonders niedrigem Heizenergiebedarf, jedoch gelten diese für Häuser, die unter der Bezeichnung Passivhaus, Nullenergiehaus oder auch Plusenergiehaus bekannt sind.

 

Niedrigenergiehaus bauen

Um Niedrigenergiehäuser bauen zu können, kommt es nicht auf bestimmte Baustoffe und auch nicht auf eine bestimmte Heizungs- und Lüftungstechnik an. Vielmehr liegt der Fokus auf einer optimal gedämmten Gebäudehülle und moderner Heizungstechnik. Um Niedrigenergiehäuser bauen zu können, muss man aus seinem Eigenheim kein hoch technisiertes Kraftwerk machen, sondern Energieverluste vermeiden. Aber auch die Wahl des Grundstücks und die Ausrichtung des Hauses haben Einfluss auf die Energieeffizienz.

Der Baukörper

Beim Hausbau als Niedrigenergiehaus bauen Sie Ihr Haus möglichst kompakt und verzichten auf komplizierte Gebäudeformen. Dies wirkt sich nicht nur günstig auf die Energiebilanz aus, sondern reduziert auch die Baukosten erheblich. Zum Beispiel verbraucht ein Eigenheim mit Erker mehr Energie, als ein kompaktes Haus ohne Vorbauten. Viele Bauherren vernachlässigen beim Hausbau die Bedeutung einer gut gedämmten Gebäudehülle. Dazu gehören nicht nur die Außenwände, sondern auch die Fenster, die Hauseingangstür und das Dach.

Die Fenster

Ein wichtiges Kriterium sind bei einem Niedrigenergiehaus die Fensterflächen. So ist schon während der Bauplanung auf die Orientierung der Fenster zu achten, damit Sie die Energie der Sonne für sich nutzen können. Eine dreifache Isolierverglasung der Fenster ist in einem Niedrigenergiehaus obligatorisch.

Die Heizungstechnik

Wichtig ist natürlich die Heizungstechnik! Hier reicht das Spektrum vom offenen Feuer im Kamin, über moderne Gasheizungen in Verbindung mit einer Solaranlage, bis hin zu Wärmepumpen. Auch die Kombination einer modernen Photovoltaikanlage zur Eigenproduktion der benötigten Energie für Heizung und Warmwasser ist eine interessante Option. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass ein gut gedämmtes Eigenheim auch die in ihm entstehende Feuchtigkeit nach außen wieder abgeben muss. Der Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftungsanlage ist zu empfehlen. Unter www.hausbau-berater.de finden Sie fundierte Informationen über moderne Heizungssysteme.

Niedrigenergiehaus als Massivhaus bauen

Für Bauherren, die ein Niedrigenergiehaus als Massivhaus bauen möchten, gibt es bereits seit vielen Jahren exklusive Massivbaustoffe. Ob Hausbau mit Porenbeton oder Ziegel, die Möglichkeiten der Kombinationen aus Mauerwerk und Dämmsystemen sind vielzählig. Auf www.massivhaus-massivbau.de finden Sie weitere Informationen und natürlich geben gute Bauberater und Architekten gern Auskunft über die Möglichkeiten. Durch eine optimale Bauberatung und Bauplanung finden sich sicher auch für Sie optimale Möglichkeiten für den energieeffizienten und dennoch günstigen Hausbau als Niedrigenergiehaus.

 

 

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