Niedrigenergiehaus-Beratung

Der Bau eines Eigenheims wird stetig teurer. Das liegt nicht nur an den in den letzten Jahren gestiegenen Personal- und Materialkosten, sondern insbesondere an den energetischen Anforderungen, die der Gesetzgeber an Neubauten stellt. Sie orientieren sich an den Klimazielen der Europäischen Union (EU), sind aber DIE Kostentreiber auf dem Bau. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen ausführlich die wichtigsten Gesetze und Verordnungen vor, die Sie kennen sollten, wenn Sie vorhaben, ein Haus zu bauen.

Da es keine Verordnung ohne ein Gesetz geben kann, beginnen wir mit den Gesetzen.

 

Das sind die Vorgaben aus der EU

  • Ökodesign-Richtlinie
    Die Ökodesign-Richtlinie muss in einem Atemzug mit dem deutschen „Gesetz über die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte (EVPG)“ genannt werden. Sowohl die EU-Richtlinie als auch das deutsche EVPG haben bisher eher Aufmerksamkeit erregt, wenn es um das Stromsparen im Haushalt und die Einführung der sog. Energielabels mit ihren Einstufungen vom Spitzenwert A+++ bis G ging. Doch diese Labels werden mittlerweile auch an neuen Heizkesseln angebracht. Damit nicht genug: Künftig wird es Mindeststandards auch für Kleinfeuerungsanlagen, Heizkessel, Klimageräte, Wärmepumpen oder automatische Lüftungsgeräte geben.

  • EU-Gebäuderichtlinie
    Die EU-Gebäuderichtlinie legt hingegen fest, dass Neubauten künftig das energetische Niveau von Niedrigstenergiehäusern erreichen müssen. Für privat genutzte Häuser gilt diese Vorgabe ab 2021, für Gebäude der öffentlichen Hand  bereits ab 2019. Für Bestandsbauten gelten diese Vorgaben nur dann, wenn sie sehr umfangreich saniert oder um einen Gebäudeteil erweitert wurden.

 

Das sind die wichtigsten deutschen Rechtsvorschriften

  • Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)
    Am 1. Januar 2009 trat das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in Kraft. Mit seiner Hilfe soll erreicht werden, dass der Energiebedarf zur Erzeugung von Wärme oder Kühlung für Neubauten, die über eine Nutzfläche von mindestens 50 m2 verfügen, zu einem Mindestanteil aus erneuerbaren Energien gedeckt wird. Zugunsten des Klimaschutzes sowie zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern soll der Anteil der erneuerbaren Energien hier bis zum Jahr 2020 bei 14 % liegen.

  • Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
    Im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wird die bevorzugte Einspeisung von Strom ins Stromnetz, der mithilfe von erneuerbaren Energien hergestellt wurde, geregelt. Die Betreiber erhalten hierfür eine feste Einspeisevergütung, die für 20 Jahre zugesichert wird. Der Strom darf durch Wasserkraft, Geothermie, Windkraft, aus Biomasse (einschließlich verschiedener Gase sowie biologisch abbaubarer Haushalts- und Industrieabfälle) oder durch Photovoltaik erzeugt werden. Die in den Medien immer wieder thematisierte Energieumlage ist ebenfalls Bestandteil des EEG und wird für die steigenden Strompreise verantwortlich gemacht.

  • Energieeinsparungsgesetz (EnEG)
    Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) geht auf eine EU-Richtlinie zurück und ist in der heutigen Fassung seit dem 1. September 2009 in Kraft. Es beschäftigt sich sowohl mit dem Wärmeschutz von Neubauten und energiesparender Gebäude-Anlagentechnik als auch dem Energieausweis, ohne den keine Immobilie mehr vermietet oder verkauft werden kann.

  • Energieeinsparverordnung (EnEV)
    Die „Feinsteuerung“ der Vorgaben des EnEG erfolgt durch die Energieeinsparverordnung (EnEV). Die EnEV ist seit dem 1. Februar 2002 in Kraft und wurde in den darauffolgenden Jahren immer wieder angepasst, zuletzt Ende 2015. Sie wird von der Bundesregierung als ein Instrument angesehen, mit dessen Hilfe es bis zum Jahr 2050 in Deutschland einen klimaneutralen Gebäudebestand geben soll. Ihr Fokus liegt auf einer effizienten Wärmedämmung sowie einer energetisch leistungsstarken Heizungsanlage. Die Hauptschlagworte, die die Gebäudeeffizienz im Sinne dieser Verordnung beschreiben, sind allen Hausbauern geläufig: Jahresprimärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust; zwei Begriffe, die wir hier ausführlich erläutern.

  • Heizkostenverordnung
    In der HeizkostenV geht es im Wesentlichen um drei Themen:
    - Installation und Betrieb von energiesparenden Anlagen zum Heizen und Kühlen, zur Beleuchtung und zur Warmwasserversorgung,
    - Erhebung der Betriebskosten sowie
    - die Ausnahmen von den Vorgaben, die sich auf deren technische Machbarkeit und die wirtschaftliche Vertretbarkeit beziehen.
    Eine der wichtigsten Regelungen bezieht sich auf die Eigentümer von Passivhäusern: Sie sind von der Verpflichtung, ihren Wärme- und Warmwasserverbrauch zu messen, befreit.

  • Bundes-Immissionsschutzverordnungen (BImSchV)
    Die Bundes-Immissionsschutzverordnungen (BImSchV) sind thematisch unterteilt und nummeriert. Sie greifen regelnd ein, wenn es darum geht, für den Menschen unerwünschte oder schädliche Einflüsse zu verhindern. Hausbauer sind nur von der 1. BImSchG unmittelbar betroffen, in der es um Vorgaben für kleinere und mittlere Feuerungsanlagen, also Heizungsanlagen, geht. Die 1. BImSchV soll zu einer geringeren Luftbelastung und einer effizienteren Verwendung von Energie beitragen.

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