Niedrigenergiehaus-Beratung

Zum 8. Juli 2010 ist die Neufassung der European Directive on Energy Performance of Buildings (EPBD) in Kraft getreten, die in Deutschland besser unter der Bezeichnung EU-Gebäuderichtlinie bekannt ist. Sie wurde mit den Zielen, die Abhängigkeit von Energieimporten zu senken sowie den CO2-Austoß zu reduzieren, ins Leben gerufen.

Dies soll mit ihr erreicht werden, indem auf dem Gebiet der EU

  • Neubauten künftig fast den Standard von Null-Energie-Häusern (Niedrigstenergiehäuser) erreichen müssen: Private Gebäude müssen die entsprechenden Vorgaben ab 2021, Gebäude der öffentlichen Hand schon ab 2019 erfüllen; Ausnahmen dürfen nur gemacht werden, wenn das Erreichen des Standards aus technischen oder ökonomischen Gründen nicht sinnvoll ist.

  • bei Altbauten, die erweitert oder saniert werden, nach Beendigung der Bauphase das entsprechende Gebäude oder der Gebäudeteil energetisch ebenso hochwertig wie ein Neubau sein muss.
    In Deutschland wird die Gebäuderichtlinie mit dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) sowie der Energieeinsparverordnung (EnEV) umgesetzt.

 

Diese Anforderungen enthält die EPBD

Die EPBD macht den EU-Mitgliedsländern Vorgaben beispielsweise hinsichtlich

  • der Ermittlung der Gesamteffizienz von Gebäuden
  • die Dokumentation der Verbrauchswerte mithilfe eines Energieausweises
  • der Öffentlichkeit des Energieausweises und seiner Qualitätssicherung:
    In Verkaufs- oder Vermietungsanzeigen muss die Gesamteffizienz angegeben werden.
    Spätestens zum Zeitpunkt des Abschlusses eines Kauf- oder Mietvertrags muss dem Käufer bzw. Mieter der Energieausweis übergeben werden. Eine Kopie reicht allerdings aus.
    Kauf- oder Mietinteressenten muss der Energieausweis bei der Besichtigung der Immobilie vorgelegt werden.
    Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen ein unabhängiges Kontrollsystem errichten, das Energieausweise stichprobenartig überprüft.
    Nur unabhängige und qualifizierte Experten sollen Energieausweise ausstellen dürfen. Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen aktuelle Expertenlisten veröffentlichen.
  • der Möglichkeit, im Energieausweis Modernisierungsempfehlungen zu geben und Aussagen über deren Amortisationsdauer zu treffen. Die Modernisierungsempfehlungen müssen sich auf diese Möglichkeiten beziehen:
    Es können Sanierungsvorschläge für einzelne gebäudetechnische Systeme - wie beispielsweise der Heizungsanlage - oder Bauteile gemacht werden, die sich ohne eine größere Sanierungsmaßnahme realisieren lassen;
    Es können Vorschläge zur Erneuerung der gebäudetechnischen Systeme oder einer Sanierung der Gebäudehülle gemacht werden.
  • der ausgeweiteten Aushangpflicht des Energieausweises für öffentliche Gebäude: Sie besteht, wenn diese über eine Nutzfläche von mehr als 250 m2 verfügen.
  • der Mindestanforderungen, die bei der Sanierung von Gebäuden erfüllt sein müssen. Die bis zum Inkrafttreten der Novelle der Gebäuderichtlinie geltende Vorgabe für Gebäude, die größer als 1.000 m2 sind, ist entfallen.

© 2017 niedrigenergiehaus-bauen.de, ein Projekt von Hausbauberater.de