Niedrigenergiehaus-Beratung

Energiestandards der Gegenwart und Zukunft beim Hausbau

Von Bauweisen, über die Entwicklung immer effizienter Heizungs- und Speichertechnik bis hin zum Niedrigstenergiehausstandard der Zukunft.

Energielabel für Holz-Heizanlagen

Die grünen, gelben, orangen und roten Balken, die mit den Buchstaben A++ (beste Effizienzklasse) bis D ausgestattet sind, kennt jeder, der in den letzten Jahren einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine gekauft hat. Sie zeigen auf einen Blick, wie es um die Energieeffizienz eines Geräts bestellt ist. Seit Herbst 2015 unterliegen auch neu hergestellte oder in den Verkauf gebrachte Gas- und Ölheizungen, Warmwasserbereiter und –speicher sowie Wärmepumpen der Kennzeichnungspflicht, die die Bewertungen von A++ bis G umfasst. Doch damit nicht genug: Die Vorgaben in der  EU-Verordnung 811/2013 sehen weitere Heizanlagen vor, die ebenfalls mit dem Energielabel versehen werden müssen.

Kennzeichnungspflicht auch für Pelletheizungen & Co.

Der 1. April 2017 war der Stichtag für eine Erweiterung der Kennzeichnungspflicht: Ab diesem Datum muss das EU-Energieeffizienzlabel auch an Festbrennstoffkesseln bis 70 kW angebracht werden. Darunter fallen auch Holzheizungen wie Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen. Auch in der Werbung für diese Heizungsanlagen muss das Label zu sehen sein.
Mit Holz betriebene Holzheizungsanlagen erhalten zunächst eine Einstufung in eine der von A++ bis G reichenden Effizienzklassen, ab dem 26. September 2019 wird die Skala von A+++ bis D reichen.
Der nächste Termin für eine Ausweitung der Labelpflicht ist der 1. Januar 2018: Ab dann müssen auch Einzelraumgeräte bis 50 kW mit einem Effizienzlabel ausgestattet sein. Damit sind Pelletöfen einschließlich der wasserführenden Geräte sowie andere Holzöfen (Kachel- oder Kaminöfen) gemeint. Sofern diese Heizgeräte ohne oder mit einer offenen Abgasführung betrieben werden, gilt die Kennzeichnungspflicht für sie erst zum 1. Januar 2022.

Mit diesen Effizienzklassen ist bei Pelletheizungen zu rechnen

Die übliche Einstufung von Pelletkaminöfen ist A++. Pellet-Brennwertkessel können mit einer Klassifizierung nach A++, alle anderen mit A+ rechnen. Sofern Pelletheizungen mit einer Solaranlage kombiniert werden, ist von einer um eine Stufe bessere Bewertung auszugehen. Damit erreichen Pelletanlagen eine günstigere Einstufung als neue Brennwert-Gas- oder Ölheizungen, die in der Regel in die Klasse A eingestuft werden. Gas- und Ölheizungen, die mindestens 15 Jahre alt sind, finden sich in den Effizienzklassen C oder D wieder. Seit Januar 2017 erhalten auch sie nachträglich ein Label, wenn der Schornsteinfeger zur üblichen Kontrolle kommt.

Ist die Effizienzklasse beim Heizungskauf das entscheidende Kriterium?

Eine Heizung muss zum Gebäude passen. Das bedeutet, dass eine Heizungsanlage, die in eine sehr gute Effizienzklasse eingestuft wurde, sich nicht unbedingt für das Haus eignen muss, in dem sie betrieben werden soll. Ein Beispiel: Gemäß der EU-Richtlinie würde eine Kombination aus einer Solaranlage und einem Pellet-Brennwertkessel eine Einstufung in die Effizienzklasse A+++ erreichen – auch dann, wenn sich die Solarpaneele im Dauerschatten hoher Bäume befinden würden. Auch, ob die Dimension des Heizkessels zum tatsächlichen Bedarf passt, geht aus einem Effizienzlabel nicht hervor.

Bei der Wahl der richtigen Heizung spielen auch die zu erwartenden Kosten für die verwendeten Energieträger eine Rolle, sodass zunächst von einem Experten der voraussichtliche Wärmebedarf ermittelt werden sollte. Ein Fachmann kann Verbraucher auch beraten, welcher Heizungstyp sich am besten für das Gebäude eignet und wo mit staatlichen Fördergeldern gerechnet werden kann.

Weitgehend unbekannt ist auch, dass ein Effizienzlabel nichts über die Emissionen oder CO¬2-Einsparungen einer Heizung aussagt. Umweltbewussten Kunden ist jedoch auch dieses Merkmal wichtig.

Eine gewisse Skepsis gegenüber dem Label besteht wohl auch bei zahlreichen Fachbetrieben. Eine 2016 durchgeführte Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online ergab, dass nur knapp 46 % von ihnen von sich aus auf die Klassifizierungen hinweisen und sie in das Beratungsgespräch einbinden. 70 % der Firmen sagten sogar, dass ihre Kunden sich von einer Effizienzeinstufung bei ihrer Auswahl nicht beeinflussen ließen. Das gilt in ähnlichem Maße auch für die Eigentümer von alten Anlagen: Mehr als 64 % dieser Kunden ist das Label egal, fast 22 % lehnten es sogar ab. Akzeptanz sieht anders aus.

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