Niedrigenergiehaus-Beratung

Energiestandards der Gegenwart und Zukunft beim Hausbau

Von Bauweisen, über die Entwicklung immer effizienter Heizungs- und Speichertechnik bis hin zum Niedrigstenergiehausstandard der Zukunft.

Ökologische Alternativen zum Niedrigenergiehaus

Geht es um die Energiewende im Wärmebereich, kommen in Zukunft große Veränderungen auf uns zu. Denn wie im Klimaschutzplan 2050 definiert, soll der gesamte Gebäudebereich nahezu klimaneutral werden. Damit das funktioniert, muss der Energieverbrauch moderner Wohngebäude auf ein Minimum gesenkt werden. Die dafür notwendige Technik und die hohe Luftdichtheit stoßen jedoch nicht nur auf Zustimmung – Kritiker sprechen zum Beispiel vom Leben in der Plastiktüte. Aber welche ökologischen Alternativen gibt es zu heute typischen Niedrigenergiehaus-Standards?

Was bemängeln Kritiker am Niedrigenergiehaus-Standard?

Voraussetzung für eine hohe Klimaneutralität in einem Haus ist, dass der Wärmeverlust auf ein Minimum reduziert wird. Möglich wird das zum Beispiel durch hochwertige Fenster, ausreichend starke Dämmung und eine nahezu luftdichte Gebäudehülle, die Verluste über unkontrolliert einströmende Außenluft reduziert. Kritikern zufolge ist aber genau das – die luftdichte Gebäudehülle – der größte Mangel an modernen Niedrigenergiehaus-Standards.
Denn durch das „Leben in der Plastiktüte“ wird eine natürliche Zirkulation der Luft verhindert. Um trotz dessen anfallende Feuchtelasten, Gerüche oder Schadstoffe abzutransportieren, werden Lüftungsanlagen eingesetzt. Diese tauschen die verbrauchte Raumluft durch frische Außenluft aus und gewährleisten trotz hoher Luftdichtheit optimale Bedingungen. Mit einem Wärmerückgewinner, der die Energie der verbrauchten Raumluft zum Vorheizen der Außenluft nutzt, funktioniert das sogar sehr energieeffizient. Trotz dessen: Auch die zusätzliche Technik verursacht Kosten, birgt Ausfallrisiken und wird von Kritikern genau wie das nicht natürliche Raumklima als Mangel angeführt.

 

Bio-Solar-HausWelche Alternativen zum Niedrigenergiehaus schlagen Kritiker vor?

"Natur schlägt Technik! Die Natur ist der Technik weit überlegen, physikalische Prozesse funktionieren beim "Haus im Haus" viel nachhaltiger als Maschinen.", sagt Klaus Becher, der Erfinder des sogenannten Bio-Solar-Hauses (bio-solar-haus.de).
Bei der ökologischen Alternative zum Niedrigenergiehaus geht es generell darum, High-Tech und dichte Gebäudehüllen durch natürliche und ökologische Prinzipien zu ersetzen. Möglich wird das nach eigenen Aussagen mit dem mehrfach ausgezeichneten Haus-in-Haus-Prinzip. Dieses besteht aus einem vor Wind und Wetter schützendem Außenhaus und einem wärmegedämmten Innenhaus.
Während das Außenhaus mit großflächigen Glaselementen wie ein Kollektor dafür sorgt, dass sich die Luft im Zwischenraum aufheizt, reduzieren die mit ökologischen Dämmstoffen gefüllten Leichtbau-Innenwände die Wärmeverluste auf ein Minimum. Durch die atmungsaktiven Wände – man spricht hier von einer diffusionsoffenen Konstruktion - kann der im Haus entstehende Wasserdampf ohne technische Hilfsmittel nach außen strömen. Das schafft eine gesunde Wohnatmosphäre, schützt effektiv vor Schimmel und reduziert nicht zuletzt auch die Kosten, denn eine zentrale oder Lüftungsanlage ist somit nicht mehr nötig.

 

Sind ökologische Niedrigenergiehäuser auch energieeffizient?

Durch die spezielle Bauweise können auch mit ökologischer Bauweise besonders hohe Energiestandards erreicht werden. So liegt der Heizenergiebedarf nach Angaben der Erfinder bei etwa 20 Kilowattstunden pro Jahr. Zum Vergleich, ein nach aktuellem EnEV-Standard errichtetes Gebäude erreicht heute einen Heizenergiebedarf von etwa 45 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr, der Heizwärmebedarf eines hocheffizienten KfW-Effizienzhaus 40 liegt bei etwa 25 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr.

 

Welche Heiztechnik kann im ökologischen Niedrigenergiehaus eingesetzt werden?

In Bezug auf die Heiztechnik gibt es auch bei einem ökologischen Niedrigenergiehaus kaum Einschränkungen. Durch den besonders niedrigen Wärmebedarf eignen sich aber vor allem ökologische Systeme, wie Holzheizungen oder Wärmepumpen. Mit Ausnahme von Blockheizkraftwerken – die naturgemäß einen kontinuierlich hohen Wärmebedarf benötigen – können alle bekannten Heizsysteme eingesetzt werden.

Das Bio-Solar-Haus ist eine interessante Alternative zu anspruchsvollen Konstruktionen und technischem Aufwand übriger Niedrigenergiehaus-Konzepte. Mit der politischen Forderung der Wärmewende und Gesetzen, die immer niedrigere Wärmeverluste einfordern, könnte das ökologische System dabei in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

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